Das Eis rund um den Nordpol verändert sich durch die Erderwärmung. Für die Eisbären bedeutet das in erster Linie weniger Zeit zum Jagen.

(c) U.S. Fish and Wildlife Service
Durch den Klimawandel werden die Zeiten in denen eine besonders große Eisfläche zugefroren ist immer kürzer, das Eis wird dünner, die Eisfläche wird insgesamt kleiner. Dies alles kann sich negativ auf die körperliche Verfassung und die Fortpflanzung der Eisbären auswirken.
Den Eisbären geht es in der eisigen Jahreszeit im Winter besonders gut, denn die Jagd nach Fischen und Robben ist für sie in dieser Zeit relativ einfach. In dieser kalten Jahreszeit fressen sich die Eisbären wichtige Fettreserven an und machen sich fit für die mageren Sommermonate.
In der warmen Jahreszeit gibt es weniger Eis, das Jagen wird viel schwieriger und das bedeutet vor allem weniger Essen. Daran haben sich die Eisbären im Laufe der Evolution angepasst. Sie können während des Sommers normalerweise von Ihren Fettreserven leben.
Das Problem ist jedoch, dass die magere Sommerzeit ohne Essen bedingt durch die Erderwärmung immer länger dauert. Dadurch verschlechtert sich die körperliche Verfassung der Eisbären. Dies kann sich insbesondere für Muttertiere und ihre Jungen lebensgefährlich auswirken.
Wissenschaftler rechnen mit einem weiteren Rückgang des arktischen Meereises. Sie haben berechnet, dass sich bis Mitte unseres Jahrhunderts die Anzahl der Eisbären um 2/3 verkleinern wird. Sollte das Meereis am Nordpol komplett verschwinden, ist es unwahrscheinlich, dass die Eisbären als Art überleben werden.*
* Literatur:
- Amstrup u.a. (2007): Forecasting the Range-wide Status of Polar Bears at Selected Times in the 21st Century (PDF auf englisch)
- Derocher u.a. (2004): Polar Bears in a Warming Climate, (Online auf englisch)